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Wie werde ich 2017 zum Poker-Profi?

Poker-ProfiWer spielt nicht gerne mal in der Freizeit ein Homegame mit seinen Freunden oder zockt am Online-Pokertisch um Echtgeld? Viele dieser Hobby-Spieler träumen dabei schnell vom großen Wurf, wie ihn beispielsweise Chris Moneymaker im Jahr 2003 geschafft hat. Dieser qualifizierte sich als Amateur für gerade mal 39 Dollar für den World Series of Poker (WSOP) Main Event und gewann das Turnier am Ende für ein Preisgeld von 2,5 Mio. Dollar. Ist das nicht verlockend? Zudem kann man sich als Poker-Profi seine Zeit selbst einteilen, zu den schönsten Destinationen auf der ganzen Welt reisen und dabei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Pokerspiel, nachgehen.

Doch der Schritt vom Hobby zum „Traumberuf Poker-Profi“ scheint unendlich weit weg und schwer. Dabei haben auch Superstars wie Daniel Negreanu und Phil Ivey irgendwann einmal klein angefangen. Unsere Experten von OnlinePoker.de beantworten in diesem Artikel „Wie werde ich Poker-Profi?“ Fragen wie: Was machen die erfolgreichen Spieler anders? Was hat sie dahin gebracht, wo sie heute stehen? Was können wir von ihnen lernen? Was muss man beachten, wenn man sich auch dazu entscheidet, Poker-Profi zu werden?

Die richtige Entscheidung treffen – mit allen Konsequenzen

Poker-ProfiDie Entscheidung Poker-Profi zu werden, sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Jedem Spieler muss klar sein, dass er als Profi durch Poker für seinen Lebensunterhalt sorgen muss und am besten mehr verdienen sollte als in einem normalen Beruf. Man muss sich bewusst sein, dass man bestimmt genauso viel Zeit in den Beruf des Poker-Spielers investieren muss, wie in einen normalen Job. Also sicherlich mindestens 40 Stunden pro Woche. Vielleicht sogar mehr. Zudem sind die Arbeitszeiten anders. Oft muss vor allem an den Online-Tischen lange am Stück oder auch nachts gespielt werden. Acht Stunden Poker am Tag können sehr ermüdend sein und ganz besonders dann, wenn man an mehreren Tischen spielt.

Auch muss man wissen, dass der Beruf eines Poker-Profis in den vergangenen Jahren viel schwieriger geworden ist. Die Pokerlandschaft hat sich verändert und Partien, die früher leicht verdientes Geld waren, sind heute häufig kaum noch zu schlagen. Jeder, der den Weg für den Beruf des Poker-Spielers einschlägt, muss viel Geduld und viel Zeit mitbringen. Denn gerade die ersten Schritte sind sehr schwer und erste Erfolge stellen sich nur sehr langsam ein.

Die richtige Einstellung

Ein ganz wichtiger Punkt, um ein erfolgreicher Poker-Profi zu werden, ist die Einstellung. Hinter einer erfolgreichen Karriere an den Poker-Tischen steckt ganz viel harte Arbeit und eine eiserne Disziplin. Nur wer dem Poker seine ganze Energie, Leidenschaft und Hingabe widmet, sowie mit Herz und Seele dabei ist, kann über Jahre erfolgreich sein. Zudem muss ein Poker-Profi mit den natürlichen Schwankungen, den Aufs und Abs zurechtkommen. Vor allem die Downswings, die lang anhalten können und eine große Lücke in das Konto jedes Spielers sprengen können, sind nur schwer zu verdauen. Doch sie gehören zum Leben eines jeden Poker-Profis. Es kann passieren, dass man extrem hart gearbeitet hat und trotzdem am Ende eines Tages oder Turniers $10.000 verloren hat. Diese Tatsache fasst der Spruch über das Poker-Spiel als Profi „It’s a hard way to make an easy living” ganz gut zusammen.

Bankroll Management

Poker-ProfiDamit die eben erwähnten Downswings eine Karriere nicht in Gefahr bringen, ist ein gutes Bankroll Management notwendig. Das heißt, dass Spieler ihr Budget im Griff haben müssen und in einem Turnier nicht mehr riskieren, als sie sich leisten können. Die wichtigste Regel dabei lautet, niemals mehr als 1 % der Bankroll in ein Turnier zu investieren. Anhand der Bankroll werden auch die Levels bestimmt, auf denen gespielt werden kann und welche auch schlagbar sind.

Häufig begehen Spieler den Fehler, gleich auf das nächste Level aufzusteigen, wenn sie eine Zeit lang gewinnen. In vielen Fällen ist man aber noch nicht genügend dazu vorbereitet, um in einer höheren Liga zu spielen. So verliert man am Schluss mehr Geld, als zuvor gewonnen wurde, weil man zu früh aufgestiegen ist und sich in Partien herumtreibt, für die man eigentlich noch nicht bereit ist.

Strategie & Spielen

Unverzichtbar ist das Wissen über das Spiel und eine stetige Weiterbildung. Doch alle notwendigen Fähigkeiten, die das Spiel erfordert, muss man sich in den meisten Fällen selbst aneignen. Dazu gilt es unzählige Pokerbücher und Strategieartikel zu lesen, sowie sich so viele Poker-Videos wie möglich anzusehen. Auch der Austausch mit anderen Spielern und Profis ist elementar.

Oft geht es im Poker darum, sich mit komplexen Themen wie Statistik, Wahrscheinlichkeiten und Mathematik auszukennen. Wer hier kein Naturtalent ist, kann sich dieses Wissen nur durch harte Arbeit aneignen. Nur so kann man sich einen Gameplan erstellen, der einem vorgibt, wie man sich in welchen Situationen verhalten muss.

Neben dem Wissen und der Strategie lautet ein weiteres Erfolgsrezept auf dem Weg zum Profi: Spielen, spielen, spielen und viele Erfahrungen sammeln. Beim Poker macht Übung auf jeden Fall den Meister. So gilt es, so viel wie möglich Online aber auch Live zu spielen.

Hilfssoftware

Poker-ProfiEbenfalls beliebt ist „PokerSnowie“. Dieses Übungstool hilft sowohl Anfängern als auch Profis dabei, ihr Spiel zu optimieren, indem ihnen die perfekten Spielzüge vorgeschlagen werden. Diese Software kann nicht während eines Spiels benutzt werden, hilft aber dabei, zu lernen, welche Züge während eines echten Spiels gemacht werden sollten.

Alle hier beschriebenen Softwareprogramme dürfen bei einigen Anbietern, wie beispielsweise PokerStars, benutzt werden. Allerdings werden nicht alle Features funktionieren, solange die Pokersoftware läuft, damit die Richtlinien des Anbieters eingehalten werden.

Rechtliche Lage in Deutschland

Viele deutsche Poker-Profis haben inzwischen ihren Wohnsitz im Ausland, so zum Beispiel in Österreich oder in England. Das hängt mit der rechtlichen Situation von Poker in Deutschland zusammen. In Deutschland laufen Poker Profis Gefahr, besteuert zu werden. In England oder Österreich hingegen müssen professionelle Poker Spieler aktuell für ihre Gewinne keine Steuern bezahlen.

Als Präzedenzfall diente der Prozess um Eddy Scharf, einem deutschen Poker-Profi. In seinem Fall wurde vor mehreren Jahren entschieden, dass das Spiel für professionelle Pokerspieler kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel sei. Lediglich für Hobbyspieler ist Poker steuerfrei. Nach einer abgewiesenen Revision legte Scharf eine Verfassungsklage vor dem Bundesgericht vor. Ein endgültiges Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor.

Fazit

Für diejenigen, die das Zeug zu einem überdurchschnittlichen Spieler haben, und die bereit sind, viel Zeit und viel Arbeit zu investieren, winkt als Poker-Profi ein Job mit praktisch unbegrenzten Freiheiten und tollen Verdienstmöglichkeiten, der dennoch nicht so leicht als Traumberuf abgestempelt werden sollte. Der Weg dorthin ist unheimlich hart. Nur wenige Spieler können heute auch wirklich von Poker leben. Der Schritt will auf jeden Fall gut überlegt sein. Absolute Voraussetzung ist ein gutes Startkapital sowie ein Plan B, falls sich der langfristige Erfolg doch nicht einstellt.